Schluss mit Lernstress: Wissensmanagement-Apps für IT-Azubis und Studentinnen

Machst du eine Ausbildung oder ein Studium im Tech-Bereich und versinkst in der Informationsflut? Hast du Prüfungsstress und weißt nicht, wie du dich vorbereiten sollst? Dann wäre ein Wissensmanagement-Tool hilfreich, das deine Notizen organisiert und dich abfragt.

Die folgenden 3 Apps habe ich selbst in meinem Fernstudium getestet und selbst dafür gezahlt.

Logseq

Logseq war mein erstes Tool, und es gibt viel, was mir daran gefällt:

  • Lernkarten / Karteikarten mitten in den Notizen erstellen, einfach indem du eine Zeile als /card markierst. Die darunter eingerückten Punkte sind die Antworten. Es ist auch Lückentext möglich.

  • Whiteboards für Lern-Mindmaps, um Konzepte visuell miteinander zu verbinden. Jedes Konzept, jede Methode, jede Technologie auf dem Whiteboard ist ihre eigene Notiz.

  • PDF-Markierung: Ich konnte PDFs (wie meine Studienunterlagen) markieren und Textausschnitte sowie auch Auswahlbereiche (z.B. für Schaubilder) überall in der App erwähnen, wodurch sie in der passenden Notiz angezeigt werden.

  • Video-Notizen: Ich konnte einfach mit einem Tastaturbefehl Video-Sprungmarken in meine Notizen einfügen. Das war z.B. für Notizen zu Tutorials perfekt.

Die einzigen Nachteile waren, dass die App bei größeren Dateien langsamer war, dass man für Synchronisation zwischen Geräten zahlen musste und dass es keine richtige Datenbankfunktion gab. Stattdessen gab es Queries, für die man schon manchmal selbst programmieren musste. Es war auch alles ein Aufzählungspunkt, was für Fließtexte nicht immer passend war.

RemNote

RemNote ist speziell für Lernende geschaffen. Es gibt Datenbanken wie in Produktivitäts-Tools (z.B. Notion), Karteikarten und einiges mehr:

  • Foto-Lückentexte: Du kannst bestimmte Bereiche eines Schaubilds (z.B. aus einem PDF-Ausschnitt) umrahmen und schon wird er in der Karteikarte „zensiert" – es war sozusagen ein Bild-Lückentext.

  • Prüfungsplanung: Du kannst Prüfungen eintragen und auch angeben, auf welchen Ordner / welche Notizen sich diese Prüfung bezieht. Das System erkennt dann, wie viele Karteikarten du offen hast und wie viele du pro Tag erledigen musst, um bis zur Prüfung alles zu können.

  • Ordnerstruktur: Im Gegensatz zu Logseq kannst du Ordner z.B. für Semester und Unterordner z.B. für Module anlegen.

  • KI-Quiz: Du kannst dich von der KI abfragen lassen.

Nachteile waren: Relativ hohe Kosten für ein Notiz-Tool, Bugs/Abstürze und dass am Schluss meiner Nutzung alles voll war mit KI – ich finde KI hilfreich, aber nicht, wenn es aufdringlich ist. Ich nutze Wissensmanagement-Tools, um meine Notizen in eigenen Worten zu schreiben und zu verlinken. Für mich ist Schreiben Teil des Lern- und Denkprozesses. Deshalb bin ich zu meinem aktuellen Tool gewechselt.

Obsidian

Obsidian ist bekannt für seine Erweiterbarkeit. Es hat die größte Community von Erweiterungs-Entwicklerinnen und -Entwicklern im Vergleich zu den anderen genannten Apps.

Meine Lieblings-Erweiterungen:

  • ExcaliDraw: Das ist ein Whiteboard-Tool, bei dem du Zeichnungen mit Wissens-Notizen verknüpfen kannst und umgekehrt. Es gibt auch zahlreiche Erweiterungs-Skripte wie ein Mindmap-Tool, einen Präsentationsmodus oder ein Layout-Tool für PDFs. Das ist mein vielseitiges Lern- und Kreativitäts-Tool innerhalb von Obsidian.

  • BookFusion: Mit diesem Plugin werden alle meine Markierungen und Kommentare aus meiner Lese-App BookFusion nach Obsidian synchronisiert, so dass ich sie dort z.B. als Zitate für einen Artikel oder in der Fernstudiums-Abschlussarbeit verwenden kann. Wenn du für deine IT-Ausbildung oder deinen Studiengang viele Bücher lesen musst, ist das ein richtig gutes System.

  • Day Planner: Du kannst Aufgaben in deiner Tagesnotiz einfach eintippen wie z.B. „10:00 – 12:00 Lernen für Prüfung" und dann wird es in deinen Tages-Zeitplan eingetragen (die Zeile muss am Anfang eine Checkbox haben). Du kannst das Tool auch mit deinen Kalendern verbinden.

Es gibt noch so viel mehr: Lernkarten-Plugins, Plugins für Daten und Tabellenkalkulation, Erweiterungen für Schreib-Wortziele oder Fokus-Musik. Es kostet etwas Lern- und Konfigurationsaufwand, aber dann kannst du dir dein eigenes System aufbauen.

Fazit

Es gibt viele Wissensmanagement-Systeme, von denen IT-Azubis und Studierende profitieren können. Wichtig ist, dass du das findest, das zu dir passt. Mach dir am besten vorher Gedanken darüber, welche Funktionen deine Denkweisen und Arbeitsabläufe erfordern. Lernst du gerne visuell? Dann sollte das Tool ein Whiteboard haben. Arbeitest du viel mit Zahlen? Dann sollten gute Tabellen-Funktionen oder -Plugins verfügbar sein. Liest du viele PDFs? Dann ist eine Funktion oder ein Plugin zum Lesen und Annotieren von PDFs eine Kernanforderung deines neuen Systems.

Das kann am Anfang ziemlich kompliziert klingen und überfordern. Deshalb schreib deine Fragen einfach in die Kommentare – ich beantworte sie gerne.

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